Vereinsabend mit den Jägern

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Am 26.11.2014 fand unser NABU-Vereinsabend gemeinsam mit den Vertretern der Jäger der Hegegemeinschaft Barleben statt. „Gemeinsam“ war das große Thema des Vereinsabends, denn wir haben in anregenden Gesprächen festgestellt, dass wir uns in vielen Interessen und Ansichten in Bezug auf die Themen Tiere und Natur ähneln. Es ist schon spannend zu sehen, wie sich herausstellte, wie sehr sich unsere Beobachtungen der Natur gleichen und wie wenig wir doch bisher zusammengearbeitet haben. Doch das soll und wird sich nun ändern. Eine nähere Zusammenarbeit ist von beiden Seiten gewünscht. Der nächste Vereinsabend mit der Jägergemeinschaft ist am 25. März 2015 geplant.

Was mich persönlich sehr beeindruckt hat, ist die Vielzahl der Beobachtungen von Wildtieren rund um Barleben, das tiefe und langjährige Wissen über die Artenvielfalt. Die festgestellten Veränderungen in der Population. Welche Tiere verbreiten sich wo und wie? Welche Tiere werden leider nur noch selten gesichtet? Die Beobachtungen der Jäger über Arten, die ihre bisher ungestörten Räume nicht mehr nutzen können. Zum Beispiel die Rehe, die aufgrund von freilaufenden Hunden gejagt werden und dadurch bei ihrer Aufzucht gestört werden. Viele Beobachtungen der Jäger bestätigen und ergänzen unser Wissen, auch im Bereich der Pflanzen.

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Blei oder kein Blei – Veränderung oder Tradition?

Spannendes Thema. Der Nabu fordert seit mehreren Jahren ein Verbot bleihaltiger Munition. Auch in der Jägergemeinschaft wird das Thema immer wieder diskutiert. Es herrschen unterschiedliche Ansichten geprägt vom Willen zur Veränderung bis hin zum Verbleiben bei alten Traditionen. Eine Frage des Glaubens oder des Wissens? Es gibt Projektgruppen und Studien, die viele Schüsse auf unterschiedlichste Materialien abgegeben haben. Und dabei ist nicht das Material sondern die Konstruktion der Waffe wirkungsentscheidend gewesen. Wir haben von den Jägern viele Informationen erhalten und verschiedene Ansichten ausgetauscht. Zum Beispiel unterschiedliches Abprallverhalten von Geschossen, die Auswirkungen von Bleimonition auf die Umwelt, tierschutzgerechtes Töten (sofortige Tötungswirkung) und Vergiftungen von Tieren (zum Beispiel dem Seeadler), weil er Blei aufgenommen hat. Endgültig gelöst ist das Thema leider in unserem kleinen Kreis und auch im Großen noch nicht. In einigen Bundesländern ist der Wandel schon geschehen (zum Beispiel seit April 14 im nordrhein-westfälischen Staatswald), in anderen leider noch nicht. Die Diskussion geht weiter.

Hunde – geliebtes Tier, zu Hause und auf Wald und Wiese

Eine schön gepflegte Streuobstwiese lockt viele an. Zum einen ist sie Heimat vieler mitteleuropäischer Vogelarten. Als Wohn- und Brutstätte bietet die Streuobstwiese den Vögeln direkt am Brutplatz ein ausreichendes und umfangreiches Futterangebot. Und zum anderen sind Streuobstwiesen ein artenreiches und wertvolles Biotop für Rehe, Rebhühner, Fasane und Spinnentiere. Typische Vögel auf Streuobstwiesen sind der Wiedehopf, Grün –und Grauspecht, der Steinkautz u.v.m.

Da die Streuobstwiese so praktisch vor den Toren der Stadt liegt, warum sie nicht gleich auch als Hundewiese nutzen? Nein – die Streuobstwiese ist kein Hundespielplatz, hier gilt der Naturschutz. Sie ist keine öffentliche Hundewiese der Stadt Barleben oder Magdeburg.

Der Jagdinstinkt vieler Hunde nach Vögeln und Rehen ist eine große Gefahr für diese Tiere, besonders in der Brut- und Setzzeit. Die Vertreter der Jäger und wir haben einige Diskussion zu diesem Thema geführt und wir sind uns einig, dass wir zukünftig gemeinsam auf die Hundehalter zugehen werden, um

  • über die Schonzeit der Wildtiere aufzuklären und
  • für Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bewohner und Nutzer der Streuobstwiesen zu werben.

Weiteres dazu folgt. Rundum ein interessanter Abend mit vielen netten Menschen und sehr anregenden Gesprächen. Wir freuen uns auf dem nächsten Vereinsabend im März 2015 mit Vertretern der Jagdgemeinschaft und laden Sie hierzu schon mal herzlich ein.

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